Accessibility wird meist daran gemessen, ob eine Website oder App definierte Anforderungen erfüllt. Das ist sinnvoll und notwendig. Standards wie die WCAG schaffen Orientierung, Verbindlichkeit und eine gemeinsame Sprache für Entwicklung, Qualitätssicherung und Regulierung.
Trotzdem bleibt oft ein Restzweifel: Ist eine Anwendung wirklich gut zugänglich, nur weil sie die formalen Kriterien erfüllt?
Gerade Menschen, die mit Screenreadern arbeiten, erleben häufig etwas anderes. Eine Aufgabe ist vielleicht grundsätzlich lösbar, aber nur langsam, umständlich und mit unnötig vielen Navigationsschritten. Genau an diesem Punkt beginnt eine Diskussion, die in Zukunft wichtiger werden dürfte: Reicht es aus, Accessibility als Konformität zu betrachten, oder brauchen wir intelligentere Modelle, die auch Aufwand, Unsicherheit und tatsächliche Nutzungserfahrung abbilden?